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Praxisnetzwerk Demenz, Thalfang
Immer mehr Menschen erkranken an Demenz. In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge rund eine Million betroffener Menschen. Die Zahl der Erkrankten wird mit steigender Zahl der hochaltrigen Menschen weiter wachsen. Laut der Prognose des Landesamtes für Statistik wird der Anteil der über 60-Jährigen in Rheinland-Pfalz bis zum Jahr 2030 auf 35% ansteigen. Im Jahr 2050 sollen über 41% der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung rechnet man bis zum Jahr 2030 mit doppelt so vielen demenziell erkrankten Personen.
Die große Zahl an Angehörigen und Pflegekräften, die sich täglich, rund um die Uhr um die Erkrankten kümmern, bleibt dabei im dunklen. Zwei Drittel der Kranken leben zu Hause und werden von ihren Angehörigen gepflegt. Sie pflegen oftmals bis zum Rande der Erschöpfung, haben ein erhöhtes Risiko, psychisch zu erkranken (Depressionen), entwickeln oft Schuldgefühle und fühlen sich zusätzlich von der Gesellschaft und der Umwelt ausgegrenzt. Hilfe von außen wird nach unseren Erfahrungen erst sehr spät angefordert. Beratungsstellen werden aufgesucht, wenn die Überforderung schon extreme Ausmaße angenommen hat.
Die Möglichkeit eines regelmäßigen Austausches mit Gleichgesinnten, ein breit gefächertes Informationsangebot und die Entlastung durch den Einsatz von Ehrenamtlichen können Abhilfe schaffen.
Demenzkranke Menschen und ihre pflegenden Angehörige benötigen ein Netz von abgestuften, bedürfnisorientierten und niederschwelligen Hilfen und Angeboten.
Pflegebedürftige, bei denen der MDK (Medizinische Dienst der Krankenkassen) einen erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf festgestellt hat, erhalten pro Kalenderjahr einen zusätzlichen Betreuungsbetrag, die zweckgebunden (niederschwellige Betreuungsangebote, Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege) einzusetzen sind.
Die Paritätische Sozialstation hat seit 2003 die Anerkennung, niederschwellige Betreuungsangebote vorzuhalten und in diesem Rahmen ehrenamtliche Helfer zu schulen.
Projekt: Praxisnetzwerk Demenz
Netzwerkarbeit in der VG Thalfang , der VG Neumagen-Dhron und der EG Morbach
Schulung Ehrenamtlicher Helfer für die Arbeit mit Demenzkranken
Vor diesem Hintergrund hat die Paritätische Sozialstation in Kooperation mit dem Seniorenheim Charlottenhöhe 2004 damit begonnen, Schulungen für pflegende Angehörige und ehrenamtliche Helfer durchzuführen.
Das Schulungsprogramm soll Aufklärung, Informationen und Unterstützung pflegender Angehöriger leisten. Damit sollen Grundlagen für ein besseres Verständnis und für die Alltagskompetenz im Umgang mit Demenzerkrankungen geschaffen werden. Ziel ist es, durch gezielte Informationsvermittlung Unsicherheiten im Umgang mit demenzkranken Menschen, die zu einer extremen Überforderung beitragen, entgegen gewirkt und Angehörigen so zu entlasten.
Das Schulungsprogramm setzt sich aus folgenden Basiselementen zusammen:
- Alterserkrankungen, Krankheitsbild Demenz
- Rechtliche Aspekte: Pflegeversicherung, Betreuungsrecht, Vorsorgevollmacht
- Kommunikation und Rhetorik– über den Umgang mit Grenzen
- Pflegesituation und Zugang zu demenzkranken Menschen
- Abschied, Trauer, Sterben
Neben dem theoretischen Teil spielt auch der Austausch über eigene Erfahrungen und Erlebnisse eine wichtige Rolle. Ehrenamtliche können als ausgebildete Helfer dann zeitweise die Betreuung der Demenzkranken übernehmen.
Netzwerkarbeit für pflegende Angehörige
Offener Seniorentreff, Treff für pflegende Angehörige.
Ergänzend dazu bietet die Paritätischen Sozialstation (AHZ) in Zusammenarbeit mit dem Case Management der GFA mbH mit regelmäßigen Treffen die Möglichkeit des Kommunikations- und Informationsaustausches für pflegende Angehörige, deren demenzkranke Angehörige und am Thema Demenz interessierte Menschen an.
Die Treffen finden einmal im Monat in Form eines Offenen Seniorentreffs in Morbach statt.
Im Rahmen des niederschwelligen Betreuungsangebotes wird während des Offenen Seniorentreff´s gleichzeitig die Betreuung der demenzkranken Pflegebedürftigen durch geschulte Helfer angeboten. Somit werden die zu Betreuenden integriert und in ihren Alltagskompetenzen gestärkt.
In entspannter Atmosphäre bestehen regelmäßig die Möglichkeiten des Austausches mit anderen Menschen und die Gelegenheit der Information über spezifische Themen. Pflegende Angehörigen finden Entlastungen auf emotionaler und praktischer Ebene und treten aus der Isolation des Pflegealltages heraus. Sie treffen auf Menschen in ähnlichen Situationen und können neue Kontakte knüpfen. Die Angehörigen erfahren Entlastung, erfahren neue Möglichkeiten im Umgang mit eigenen Schwierigkeiten, auch mit gesundheitlichen Problemen. Sie lernen die eigenen Leistungen und Fähigkeiten wertschätzen, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu artikulieren.
Auch Personen, die Interesse am Thema Demenz haben, sich informieren möchten und /oder sich ehrenamtlich mit demenzkranken Menschen und deren Angehörige beschäftigen möchten sind herzlich willkommen, an den regelmäßigen Veranstaltungen teilzunehmen.
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